Reste einer 3.000 Jahre alten Festung in Armenien freigelegt

Reste einer 3.000 Jahre alten Festung in Armenien freigelegtDas Vedi-Tal gehört zu einer Region mit wechselvoller und weit zurückreichender Geschichte

Etwas abseits vielbeforschter antiker Zentren wie Ägypten, Griechenland oder Mesopotamien, aber nichtsdestotrotz auf historischem Grund ist seit heuer ein internationales Archäologenteam mit Ausgrabungen beschäftigt. Im Ararathochland Armeniens sind Forscher der Universität Hongkong zusammen mit Kollegen aus Armenien der bewegten und weit zurückreichenden Geschichte der Region auf der Spur.

Die Grabungen des Ararat Southeast Archaeological Project finden im Raum der Festung Vedi statt. Diese wurde noch im Mittelalter genutzt, hat aber eine lange Vorgeschichte. In der ersten Grabungskampagne diesen Sommer stießen die Forscher unter anderem auf Tierknochen, riesige Aufbewahrungsgefäße und Reste von Festungsmauern. Diese sind laut dem Team um Peter J. Cobb etwa 3.000 Jahre alt. Die Festung hatte bis zu vier Meter hohe Mauern, in der Mitte stand ein Wehrturm mit rechteckigem Grundriss.

Was wechselte und was gleich blieb

Nähere Angaben zum historischen Hintergrund machten die Forscher noch nicht. In der Bronzezeit war die Region von einer Abfolge verschiedener Kulturen geprägt, die man nur über die von ihnen hinterlassenen Artefakte kennt. Historische Aufzeichnungen gibt es seit dem Urartäischen Reich, das im frühen 9. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung entstand und sich von Ostanatolien bis in den Südkaukasus erstreckte. Im 6. Jahrhundert v. u. Z. verleibte sich das persische Großreich der Achämeniden Urartu ein.

Seitdem stand die Region immer wieder im Brennpunkt konkurrierender Großreiche, ob Persien, Türkei oder Russland. Während die Herrschaftsverhältnisse immer wieder wechselten, blieb laut Cobb aber eines konstant: die Bedeutung der Region für den überregionalen Handel. Das Vedi-Tal sei schon immer ein wichtiger Transportkorridor gewesen. Dass es einst zum Netzwerk der Seidenstraße gehörte, spiegle sich heute in der "One Belt, One Road"-Initiative Chinas wider, das den interkontinentalen Handel über einen europäisch-kaukasisch-asiatischen Korridor vorantreibt. (red, 21. 9. 2019)

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