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Rostbratwurst in Armenien

 Der Thüringer Wurstmann von Jerewan

Mitten in der Saryan-Straße der armenischen Hauptstadt Jerewan, gleich neben der aufgegebenen Hauptpost, die heute als großes Reparaturzentrum für Smartphones dient, wartet auf Reisende aus Ostdeutschland ein Stück Heimat. „Original Thüringer Bratwurst“ leuchtet es auf einem gelben Schild von einer Imbissbude - auf einer Seite in lateinischen Buchstaben.

Auf der anderen in armenischer Schrift, einer wild wirkenden Abfolge von seltsamen Bögen.

Die Wurst - auf der Speisekarte mangels passenderer Buchstaben als „Tyuringer Bratvurst“ umschrieben - ist echt und günstig. 1,50 Euro kostet die Thüringer mit Brot, dazu gibt es allerdings nur Ketchup oder Mayo, keinen Senf, weil der in Armenien unbekannt ist.

Dafür gibt es eine Doppelbratwurst, bayrisches Hühnchen und Thüringer Steak im Burgerbrötchen zu einheimischem Kilikia-Bier.

 

Bernd, der Chefaufseher der Bratwurst

Doch wie ist die Wurst über 3.500 Kilometer nach Südosten gelangt? Touristen fragen sich das immer wieder, das kennt Armen Frangulyan schon.

Frangulyan ist einer der Inhaber und zugleich Chef des einzigen Thüringer Bratwurst-Ladens östlich von Bautzen. Erst vor fünf Monaten haben er und einige seiner Freunde den ungewöhnlichen Kiosk übernommen, den der ursprüngliche Gründer im Sommer 2014 eröffnet hatte.

„Thüringer Bratwurst gibt es aber schon länger in Armenien“, erklärt Armen Frangulyan. Produziert würden alle Würste Thüringer Art zwar von Armeniern, aber immer unter Aufsicht des Mannes, der die Bratwurst nach Armenien brachte.

„Ich kenne ihn nur als Bernd“, erzählt Frangulyan, „soweit ich weiß, ist er selbst nicht direkt aus Thüringen, aber er kennt sich mit der Herstellung nach Thüringer Art aus.“

 

Grenzenlose Esskultur

Das Fleisch, das für die Thüringer verwendet wird, die sich in der Jerewaner City großer Beliebtheit erfreuen, stammt aus Armenien.

„Wir benutzen frisches, lokales Fleisch und würzen mit importierten Gewürzen und Soßen aus Deutschland“, erklärt der Thüringer Wurstmann aus Jerewan.

Im Moment bietet sein Kiosk elf Wurstsorten an, auf die armenische Kunden wie Touristen förmlich fliegen. Meist ist schon am frühen Abend alles ausverkauft.

 

   

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